Der BJB auf dem Eurofestival der Zupfmusik 2014

„Uiiiii... eine Hüpfburg!!!“

Von Marcel Wirtz .....

Solche oder ähnliche Rufe hörte man von (fast) Groß bis Klein im Bürgerpark in Bruchsal während des „eurofestival zupfmusik 2014“. Das Jugendzelt mit seinem großen Angebot an Spielen, Tischtennis, Slack-Line und der Hüpfburg war ein Highlight des Festivals, besonders für die Kinder und Jugendlichen, aber auch für die Erwachsenen.

Das BDZ Mobil wird gepackt...

Die ersten Arbeiten für das Festival, somit auch für das Jugendzelt, hatten schon am Sonntag vor Festivalbeginn begonnen. Der BDZ-Transporter wurde mit Festschriften, Mappen, Bannern, Flyern, Roll-Ups und natürlich einem Teil des Spielematerials für das Jugendzelt beladen. Leider mussten auf dem Weg nach Bruchsal diverse Zwischenhalte eingelegt werden, da der Transporter ab und an der Meinung war, dass die hintere Ladetür offen sei. Dies entsprach, Gott sei Dank, nicht den Tatsachen. Mit einigen Schweißperlen auf der Stirn erreichte der Transporteur seinen Zielort und alle Festivalmaterialien kamen heil an.

...und die Festivalvorbereitungen beginnen

Zuerst ging es ans Packen von Festivaltaschen, Aufhängen von Bannern und die Teameinteilung. Dann startete der Aufbau des Jugendzelts. Dienstags liehen wir die restlichen Spiele, die Slack-Lines und die Hüpfburg bei der Sportkreisjugend Karlsruhe aus. Ebenfalls luden wir die Tischtennisplatten, die wir leihweise vom Sportverein SV 1962 Bruchsal erhielten, in das BDZ-Mobil und brachten sie zum Jugendzelt. Dort stellten wir die Tischtennisplatten auf und testeten, ob der Boden auch gerade ist, damit auch schöne Matches ausgetragen werden konnten. Um diesen Bereich vom Sitz- und Spielebereich abzutrennen, stellten wir Raumteiler auf – sehr nützlich während des Festivalbetriebs, da so der ein oder andere schnelle Ball nicht verloren ging und niemand „abgeschossen“ wurde.
Nachdem diese Zone fertig aufgebaut und im Test für gut befunden worden war, kam der zweite Zelt-Teil an die Reihe, der Sitzbereich. Die Biertischgarnituren wurden aufgebaut und die Auslage für Verbands- und Werbeinformationen bestückt. Wir verteilten Brettspiele der Sport- kreisjugend Karlsruhe und eigene Spiele auf den Tischen, sodass jeder hingehen und sich das gewünschte Spiel nehmen konnte. Danach wurden die QKies ausgepackt. Natürlich ließen der BJB und seine Helfer es sich nicht nehmen, die Kekse mit dem Gewinnspiel-QR-Code zu probieren.
Es folgte die Slack-Line. Neben dem Zelt waren zwei ideale Bäume zum Aufspannen vorhanden. Diese Bäume schützten wir mit Decken vor Rindenbeschädigung. Gestützt auf zwei Helfer führte der Bundesjugendleiter den Belastungstest durch: Die Line hielt und somit konnten alle Kinder gefahrlos balancieren.
Nun fehlte nur noch eines, der Hingucker: die Hüpfburg. Sie passte genau zwi- schen Zelt und den nebenan angelegten kleinen Teich – ein idealer Platz. Der hohe Plastikberg wurde vom Lager-Anhänger herunter auf die Unterlegplane gezogen. Wir befestigten das Gebläse am Lufteinlass, und innerhalb von wenigen Minuten erstrahlte die aufgepumpte Burg in der Nachmittagssonne.

Alles, was aufgebaut wird, muss auch getestet werden

Das Phänomen wirkte sogleich: Beim Anblick der Burg werden Erwachsene wieder zu kleinen Kindern. Das Jugendteam des eurofestivals zog die Schuhe aus und legte im Hüpfbereich die ersten Sprünge hin. Davon ausgepowert probten wir Auf- und Abbau: Gebläse aus, Auslassstutzen auf und
kurz warten bis die Burg zusammengefallen ist. Dann schmissen sich alle Helfer auf die Plastikrollen, um die restliche Luft herauszudrücken, was fast so viel Spaß wie das eigentliche Hüpfen machte.
Jeden Abend mussten wir die Burg abbauen und sicher verstauen, was glücklicherweise von der Größe her genau im Jugendzelt möglich war. Nun war das ganze Team bereit und freute sich auf vier ereignisreiche Tage.

Tag 1 – Das Jugendzelt begeistert Teilnehmer und besonders Bruchsaler

Der Besuch beim Jugendzelt war bei Festivalbeginn zuerst schleppend. Der ein oder andere Festivalteilnehmer huschte zwar vorbei, aber viel gespielt wurde noch nicht. Das hatten wir erwartet, denn es waren noch nicht alle Teilnehmer vor Ort und die Eröffnungskonzerte für das Publikum primärer Anlaufpunkt. Nachdem jedoch die ersten Jugendorchester ihren Auftritt hinter sich gebracht hatten, füllte sich das Zelt allmählich. Und nach dem Mittagessen schließlich
mussten die Betreuer ihre Augen überall haben, damit auf der Hüpfburg nur die maximal erlaubte Anzahl an Kindern herum sprang oder niemand von der Slack-Line stürzte.
Während den Konzertzeiten war es im Jugendzelt ruhiger; dann nutzten vor allem Besucher aus der Umgebung das Angebot. Nebenan konnte man die Flexibilität der Zupfmusiker bewundern: Viele Gruppe schnappten sich das Spiel Twister und verknoteten sich auf der bunten Spielfläche. Im Zelt war es dagegen etwas ruhiger: Bei Schach-Turnieren, Uno oder Mensch-ärger-dich-nicht spielten Bekannte, aber auch völlig Fremde miteinander. Lautstark ging es dafür im anderen Bereich zu. Jugendliche hatten eine Tischtennisplatte zur Seite gestellt und spielten gemeinsam „Rund- lauf“. Ein erfolgreicher erster Tag ging zu Ende, das Betreuerteam räumte auf und verstaute alles für die Nacht.

Tag 2 – Die Kinderolympiade und viele Zeltbesucher

Der darauffolgende Tag startete gemütlich, wir fegten das Zelt nochmal durch und trugen alle Spiele und Zeltmaterialien zusammen. Für diesen Tag war etwas Besonderes geplant, die Kinderolympiade. Im Konzertprogramm war zunächst das Kinder- und Jugendkonzert an der Reihe, doch die Musiker konnten es kaum erwarten, das Instrument zur Seite zu legen und zum Jugendzelt zu kommen. Rechtzeitig vor dem Ansturm hatten wir die verschiedenen Spielstationen aufgebaut. Neben „Montagsmaler“ und einem Papierfliegerweitwurf boten wir Geschicklichkeitsspiele, Wetthüpfen, Zielwerfen und einiges mehr an. Im Team hatten wir Ablauf und Spielregeln besprochen und jedem Betreuer eine Station zugewiesen. Als die Kinder ankamen, wurden zuerst die Mannschaften gebildet. Sogar Kinder aus der Umgebung, die gerne bei der Olympiade mitmachen wollten, wurden in die Spielgruppen integriert. Es folgten spannende Wettspiele, in denen um jede Sekunde, jeden Punkt gekämpft wurde.
Viele Familien spazierten an diesem Feiertag durch den Park und verlängerten ihren Aufenthalt, weil sie die Hüpfburg unbedingt noch austesten wollten. Wir verlagerten sogar eine Sitzgruppe aus dem Jugendzelt nach draußen, damit die wartenden Eltern nicht stehen mussten. Viele Menschen interessierten sich für das Geschehen im Bürgerpark und wurden so über das eurofestival und sein Konzert- und Ausstellerangebot informiert. Einige äußerten daraufhin auch die Absicht, in Konzerte zu gehen und einmal zu erleben, was Zupfmusik ist.

Es gibt nicht nur die Hüpfburg...

Auch die Slack-Line wurde von einigen Neulingen, aber auch sehr erfahrenen Balance-Künstlern genutzt. Ab und an wagte man sogar von beiden Seiten den Gang über die Leine. Danach konnten die Kinder und Jugendlichen das restliche Zeltangebot wahrnehmen, während die Betreuer die Olympiade auswerteten. Alle Teilnehmer erhielten einen Preis: die erste Gruppe ein Percussion-Ei, die Zweiten eine Wander- Spirale, die Dritten große, die restlichen Spieler kleine Flummis.
Und nach der Siegerehrung tobte der Bär: Kinder und Jugendliche aus dem Konzert, die restlichen jugendlichen Festivalbesucher und ortsansässigen Kinder kamen zum Zelt, sodass zwischenzeitlich über 80 Kinder sprangen, spielten, Bälle schlugen und warfen und alle zusammen richtig viel Spaß hatten.
Die Betreuer der Kinder- und Jugendorchester bedankten sich vielmals für das tolle Angebot und gaben unseren Betreuern die Rückmeldung, dass dieser gesamte Tag für die Kinder ein riesiges Erlebnis war.
Kurz vor den Abendkonzerten wurde das Jugendzelt geschlossen, und ein zufriedenes, wenngleich „geschafftes“ Betreuerteam räumte die letzten Spiele zusammen und beeilte sich, rechtzeitig zum Festkonzert des BDZ zu kommen.

Der letzte Tag des Jugendangebots – Noch einmal ALLES geben!

Die anstrengenden Tage und Nächte sah man dem Jugendteam schon ein wenig an, nichtsdestotrotz wurden alle Kräfte für den letzten Tag mobilisiert: Hüpfburg aufblasen, Slack-Line spannen, Zelt putzen, Spiele sortieren... und auf die Stammbesucher warten, die alsbald zum Frühsport auf der Hüpfburg erschienen. Wieder kamen auch die Kinder und Jugendlichen aus der Umgebung vorbei – schon den dritten Tag in Folge! – und freuten sich über die tolle Abwechslung.
Auch der ein oder andere Erwachsenen schaute nach, was „außermusikalische Jugendarbeit“ bedeuten kann. Wir führten viele Gespräche über diese Art der Jugend- arbeit und zeigten, dass das Konzept funktioniert.
Der Tag und unsere Aktion gingen zu Ende. Der noch am Abend notwendige Abbau verlief sehr schnell und gut, alles wurde im BDZ-Mobil samt Anhänger be- reit zum Rücktransport verstaut. Vielen Dank an die Helfer des Jugendzupforchesters Hessen und Stefan Geffroy (NRW), die den BDZ dabei tatkräftig unterstützten!
Das Jugendzelt als Projekt „Außermusikalische Jugendarbeit zum Erleben“ war ein voller Erfolg. Vielen, vielen Dank an das Betreuerteam mit den zahlreichen zusätzlichen Helfern für die tolle Arbeit und die Unterstützung. Viele Kinder und Jugendliche konnten begeistert werden und hatten einen enormen Spaß, egal ob sie sich kannten oder nicht! Neue Beziehungen konnten über die Gemeinsamkeit Musik geknüpft und neue Interessenten für die Zupfmusik über das gemeinsame Spielen gewonnen werden. Das alles nur mit außer- musikalischer Jugendarbeit – ein Konzept das funktioniert!

Auftakt! 2-2014